Manchmal ist das Wasser nicht wirklich trüb – und trotzdem stimmt etwas nicht. Man sieht feine Partikel, die durch das Becken treiben, winzige Flocken oder Staubwölkchen, die im Licht aufblitzen. Das Wasser selbst hat keine ungewöhnliche Farbe, wirkt aber irgendwie unruhig, lebendig auf eine Art, die man eigentlich nicht haben möchte.
Schwebeteilchen sind eine eigene Kategorie von Trübung – und sie unterscheiden sich von milchigem oder grünem Wasser sowohl in ihrer Ursache als auch in der richtigen Reaktion.
Was Schwebeteilchen sind – und was nicht
Schwebeteilchen sind sichtbare, feste oder halbfeste Partikel im Wasser. Sie schwimmen frei, setzen sich bei ausreichendem Filterdurchfluss nicht ab und werden vom Filter nicht vollständig erfasst – zumindest nicht, wenn das Filtervlies fehlt oder erschöpft ist.
Das Wichtigste vorab: Schwebeteilchen sind in aller Regel nicht gefährlich. Sie sind ästhetisch störend, können aber in einem ansonsten biologisch gesunden Becken völlig harmlos sein. Wer seine Fische beobachtet und sie sich normal verhalten sieht – aktiv, nicht an der Oberfläche, ohne Stressanzeichen – hat keinen Grund zur Panik.
Das unterscheidet sie deutlich von einer biologischen Trübung durch Bakterien oder Algen, bei der das Wasser zwar gleichmäßig eingetrübt, aber ohne sichtbare einzelne Partikel ist.
Woher Schwebeteilchen kommen
Aufgewirbelter Mulm ist die häufigste Quelle. Mulm – also die Ansammlung von organischem Material am Boden aus Futterresten, Ausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenteilen – wird durch Strömung, wühlende Fische oder Bodengrund-Umschichtungen aufgewirbelt. Besonders Bodenbewohner wie Welse, Loaches oder größere Cichliden wühlen regelmäßig im Substrat und bringen dabei Mulm ins freie Wasser.
Feiner Substratstaub ist vor allem in neueren Becken ein Thema. Sand und feiner Kies geben beim ersten Einlaufen – und manchmal noch wochenlang danach – feine Partikel ab, die im Wasser schweben. Gut gewaschen vor dem Einbringen, verliert sich das meistens mit der Zeit.
Abgestorbene Pflanzenteile können sich in kleine Partikel zersetzen, die dann im Wasser treiben. Besonders bei abfaulenden Blättern oder schlecht wachsenden Pflanzen.
Futterreste, die nicht vollständig gefressen werden, zersetzen sich teilweise zu feinen schwebenden Partikeln, bevor der Filter sie erfassen kann.
Filterflocken aus biologischen Filtermedien – ein eher unbekannter Auslöser. Wenn biologische Filtermedien wie Keramikröhrchen oder Lavastein altern und bröckeln, können sie feine Partikel abgeben. Das passiert selten, aber es gibt Fälle, in denen der Filter selbst zur Quelle wird.
Was hilft
Filtervlies ist das wirkungsvollste Mittel gegen mechanische Schwebeteilchen. Es ist speziell für die Feinfiltrierung konzipiert und fängt Partikel, die andere Filtermedien durchlassen. Wer Schwebeteilchen hat und noch kein Filtervlies im Filter verwendet, sollte das als erstes ergänzen. Es wirkt oft schon innerhalb weniger Stunden sichtbar.
Wichtig dabei: Filtervlies regelmäßig wechseln. Wenn es vollgesetzt ist, verringert sich der Filterdurchfluss und in extremen Fällen kann es zum biologischen Problem werden.
Bodengrund absaugen beim nächsten Wasserwechsel – gründlich, besonders in Bereichen, wo sich Mulm angesammelt hat. Weniger Mulm im Becken bedeutet weniger Material, das aufgewirbelt werden kann.
Strömung anpassen. Manchmal ist die Strömung im Becken zu stark und wirbelt ständig Material auf, das sich sonst setzen würde. Ein Blick darauf, wohin der Filterauslass zeigt und ob die Strömung direkt über den Bodengrund geht, kann helfen.
Wühlende Fische können man nicht umerziehen – aber man kann ihnen eine tiefere Substratschicht geben, die mehr Mulm aufnimmt, bevor er aufgewirbelt wird. Oder man akzeptiert, dass manche Becken mit bestimmten Fischarten einfach nie kristallklar sein werden.
Ein nüchterner Blick
Schwebeteilchen sind oft der unspektakulärste Grund für trübes Wasser – und gleichzeitig der, bei dem am wenigsten Handlungsbedarf besteht. Ein funktionierendes Becken mit leicht sichtbaren Schwebeteilchen ist kein schlechtes Becken. Es ist ein lebendiges.
Wer trotzdem glasklares Wasser möchte, kommt um regelmäßiges Absaugen des Bodens und einen guten mechanischen Filter mit Filtervlies nicht herum. Alles andere ist Geduld.
